Was ist Karate Dô?

„Karate Dô“ ist eine noble Kampfkunst, und jene, die Stolz darauf sind, Bretter zu zerbrechen oder Ziegel zu zerschlagen, oder damit angeben, außergewöhnliche Taten zu vollbringen, wie Fleisch in Streifen zu reißen oder Rippen herauszureißen, verstehen in Wirklichkeit nichts von Karate. Sie spielen herum in den Blättern und Zweigen eines großen Baumes ohne die Vorstellung vom Baumstamm.

(Funakoshi Gichin)

So wie die blanke Oberfläche eines Spiegels alles wiedergibt, was vor ihm steht, und wie ein stilles Tal selbst den schwächsten Laut weiterträgt, soll der Karateschüler sein inneres leer machen von Selbstsucht und Boshaftigkeit, um in allem, was ihm begegnen könnte, angemessen zu handeln.

(Funakoshi Gichin)

„Karate Dô“ ist eine waffenlose Kampfkunst, die in einem Zustand der Leere und mit unbewegtem Geist ausgeübt wird.

(Nakayama Masatoshi)

Das höchste Ziel im „Karate Dô“ ist nicht der Sieg oder die Niederlage sondern die Perfektion des menschlichen Charakters.

(Funakoshi Gichin)

Die Entwicklung des Begriffs „Karate Dô“


Die Bezeichnung Karate Dô soll im Jahre 1929 von Funakoshi Gichin eingeführt worden sein.
Meister Hanagusuku Chomo soll diese Schriftzeichen schon im Jahr 1905 benutzt haben.

Frühere Namen von Karate waren okinawa te (Hand von Okinawa), tôde (China-Hand) oder einfach te (Hand)

Das Schrifzeichen von tô in dem Wort tôde kann auch kara ausgesprochen werden. Die Silbe de wird bei gleicher Bedeutung te ausgesprochen. Aus tôde wird somit karate enthält aber noch die Bedeutung von „China-Hand“.

Die Gründe für die Änderung des Schriftzeichens kara „China“ zu „leer“ könnten der philosophisch-moralische Sinngehalt der Silbe „leer“, der Aspekt der Waffenlosigkeit oder der japanische Nationalismus zu jener Zeit, der eine Assoziation zu China vermeiden wollte, sein.

Die Silbe dô (Weg) in dem Begriff karate dô soll darauf hinweisen, dass hier keine messbare Leistung maßgeblich ist, sondern das Streben nach der Vervollkommnung des Charakters Vorrangig ist.